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www.ULANI.net © Philippe Ochsenbein, Switzerland
ULANI
ETAP 46 DS, Monohull, Sloop
Switzerland, Basel
HBY4319
269 726 000
infoulani.net

Bilder und Berichte 2019

Segeln an der Ostküste von Australien
Australien 29.05.2019   Horn Island, letzter Ankerplatz in Australien
10°35.778'S, 142°14.442'E       Reise 2019
Von der Shallow Bay, nördlich der Albany Passage, sind es nur noch 25 Seemeilen bis zum Ankerplatz hinter Horn Island. Heidi rät uns am Morgen zeitig loszufahren, da es dann noch kaum Wind hat und somit das Meer in dieser Stromgegend keine Probleme schafft. Bei Tagesanbruch machen wir uns also gemütlich ans Werk, lichten den Anker und motoren nach Norden. Am Cape York, dem nördlichsten Punkt vom Festland Australiens verabschieden wir uns nochmals am Funk von Heidi und Wolfgang. Die KANALOA fährt nun nach Westen, in Richtung Darwin. Wir hingegen wollen zur nun bereits in Sichtweite gekommene Insel Horn Island, unserer letztn Station in Australien.
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Fähranleger Horn Island, im Hintergrund Thursday Island
Die Fahrt ist ruhig wie erwartet und wir motoren das kurze Stück. Genau nach dem Revierführer (Alan Lucas) fahren wir im Gegenuhrzeigersinn um Horn Island, umrunden einige Seezeichen im Slalom, lassen den Anker auf 8-10m fallen und stecken 50m Kette. Im Buch steht es sei hier guthaltender Schlamm, aber beim Ankereinfahren rumpelt es dann doch ein bisschen - Korallen oder Steine scheint es auch zu haben. Wir bleiben die ersten 24 Stunden an Bord um das Strömungsverhalten am Anker zu beobachten. Aber wie es scheint, ist dies gar kein Problem. Allerdings spüren wir am Ankerplatz nur etwa die Hälfte der 15-20 Knoten Wind, da uns das hochbewachsene Ufer gut schützt. Je nach Gezeitenstrom schaut der Bug mal nach Nordosten oder auch mal kurz nach Südwesten. Dieser maximal 90 Grad Winkel zur Ankerkette ist ohne weitere Folgen, die Kette scheuert nie am Rumpf - wir liegen gut. So wagen wir uns an Land und erkunden zuerst Horn Island, tanken unsere Dieselkanister auf und organisieren das Wäschewaschen. Auf der Insel gibt es eine kleine Poststelle und zwei kleine Supermärkte. Auch wird frisches Brot (Kastenbrot) angeboten. Am folgenden Tag setzen wir mit der Fähre nach Thursday Island über und schlendern dort durch die Läden und Strassen.

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Die Lebensmittelauswahl ist grösser, aber eigentlich erhalten wir alles was wir brauchen auch auf Horn Island. In den nächsten Tagen soll wieder Starkwind aufkommen, dann wenige Tage ruhiges Wetter und dann wieder viel Wind. Aber das macht uns im Moment wenig Sorgen. Wir liegen sicher an diesem Ankerplatz und sind gut versorgt. So warten wir für unsere kommende, ca. 8-tägige Überfahrt lieber ein stabiles Wetterfenster ab.


Koordinaten der erwähnten Ankerplätze:
Horn Island: 10°35.778'S, 142°14.442'E     Telstra: 4G - gut


Die Tracks für OpenCPN findet ihr auf der Seite Download
Australien 06.-27.05.2019   Von Cairns bis Cape York
10°43.502'S, 142°34.619'E       Reise 2019
Drei Wochen waren wir auf dieser Strecke unterwegs. Auf den 10 Tagesetappen starteten wir jeweils mit dem ersten Licht und erreichten am Nachmittag den Ankerplatz. Nur zweimal blieben wir etwas länger. Der Grund lag an den Wetterprognosen, besser gesagt an den Wellen die durch den Starkwind produziert wurden.

An einigen Ankerplätzen rollte der Schwell von Osten herein und die ständigen Bewegungen im Schiff waren unangenehm. Ein Verweilen an so einem Ort stand ausser Frage. Im oberen Küstenbereich wird es einsam und es gibt weder Telefon- noch Internetempfang. Ja sogar der Wetterbericht auf UKW-Funk verstummte. Auch auf dem Kanal 16 hörten wir nur noch ganz selten etwas. Einzig auf dem Kurzwellenfunk (SSB) konnten wir mehrmals täglich den Wetterbericht der Küste abhören und via Sailmail (Pactormodem) auch Wetterinformationen abfragen.

Als am täglichen Wetterreport vom Zyklon Ann (Kategorie 1) die Rede war, erschraken wir doch etwas. Eigentlich sind wir nun knapp ausserhalb der Wirbelsturm-Jahreszeit und nun das.
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Etappen Cairns bis Horn Island als Übersicht
Gespannt notieren wir mehrmals täglich die ganaue Position des Zentrums und den geschätzten Verlauf dieses Nachzüglers. Und wie kann es auch anders sein... er hält genau auf uns zu. Da er noch weit weg ist und die Wassertemperaturen nun im Herbst doch kühler sein sollten, rechnen wir mit einem Verpuffen dieses Monsters. Am folgenden Tag wird er aber als Kategorie 2 eingestuft... also ist er doch noch stärker und gefährlicher geworden. Mit der Crew der KANALOA beraten wir was zu tun ist. In einen Fluss flüchten oder besser hier in der Flinders Gruppe bleiben? Der Ankergrund besteht aus gut haltendem Lehm und wir könnten je nach Windrichtung verschiedene Ankerplätze aufsuchen. Wir fragen die Fischer, die nun auch Schutz auf unserem Ankerplatz suchen. Sie erachten diesen als sicher genug. Viel Zeit für ein sicheres Entkommen bleibt eh nicht mehr und so entscheiden wir uns zu bleiben.

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Das Ding kommt jeden Tag näher und wird genau bei uns auf die Küste von Australien treffen, aber im letzten Momentt schwächt sich das Ganze ab und wird auf ein Tropisches Tiefdrucksystem heruntergestuft. Anstelle der angedrohten Orkanwinde wird nur noch Starkwind mit leichten Drehungen vorausgesagt - ufff!!!

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Effektiv hatten wir am Ankerplatz weniger als 30 Knoten Wind, was bei diesem guten Ankergrund kein Problem war. Nach der Wetterberuhigung lichten wir zusammen mit KANALOA den Anker und fahren endlich weiter in den Norden. Nach je einer Übernachtung hinter Morris Island, Portland Roads und dem Cape Grenville, legten wir uns für ein paar Tage hinter die nächste Ecke, in die Shelburne Bay.

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Wie viele Cruiser plante ich den nächsten Stopp im Escape River. Dies sind gute 60 Seemeilen und das kann man gut in einem Tag schaffen. Aber Heidi hat schlechte Erfahrungen mit diesem Stopp gemacht. Bei Südost stehe die Windwelle und der Schwell in die Einfahrt und es wäre sehr mühsam da wieder heraus zu kommen. Sie will lieber direkt in einer grossen Etappe bis nach der Albany Passage durchfahren (80 sm) und schlägt deshalb eine Nachtfahrt vor.

Aber die durch viel Strom geprägte kabbelige See bei der Albany Passage will ich nicht bei Nacht passieren, so müssten wir also um 22:00 Uhr los, was mir auch nicht angenehm erscheint. Dann lieber früh morgens aufbrechen und so lichten wir den Anker kurz vor 04:00 Uhr. Der Strom läuft in der Albany Passage mit steigendem Wasser nach Nord, also wollen wir nach Niedrigwasser südlich vor der Passage stehen. Die Planung ging genau auf und wir hatten eine sehr einfache Durchfahrt durch diese Engstelle. Sie ist übrigens sehr hübsch, leider vergassen wir auf dem relativ kurzen Stück Fotos zu schiessen.

Aussen an der Albany Insel herumzufahren soll sehr unangenehm sein, da sich da wilde Wellen wegen der wirren Strömung bilden können. Es empfiehlt sich die Tide zu berechnen und die kurze Engstelle zu durchfahren. Der gleich anschliessende Ankerplatz Shallow Bay hatte bei uns nur sehr wenig Schwell und bot genug Schutz für die Nacht.


Koordinaten der erwähnten Ankerplätze:
Low Islets (Boje): 16°22.864'S, 145°33.829'E      Telstra: 4G - gut
Hope Island (Boje): 15°43.783'S, 145°27.337'E     Telstra: H - schwach
Cape Flattery: 14°57.143'S, 145°18.682'E     Telstra: 3G - ok
Cape Melville: 14°11.759'S, 144°28.443'E     Kein Empfang
Stanley Island, Stokes Bay: 14°09.258'S, 144°13.512'E     Kein Empfang
Morris Island: 13°29.434'S, 143°43.291'E     Kein Empfang
Portland Roads: 12°35.641'S, 143°24.267'E     Kein Empfang
Cape Grenville: 11°57.442'S, 143°12.486'E     Kein Empfang
Shelburne Bay: 11°53.712'S, 143°05.633'E     Kein Empfang
Shallow Bay, Albany Passage: 10°43.502'S, 142°34.619'E     Kein Empfang
Horn Island: 10°35.778'S, 142°14.442'E     Telstra: 4G - gut


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Australien 02.-06.05.2019   Marlin Marina Cairns
16°55,139'S, 145°46,922'E       Reise 2019
Als uns Sarah vom Marinabüro gestern am Steg noch aufsuchte, uns sehr nett begrüsste und die Magnetkarten aushändigte, vereinbarten wir uns am nächsten Morgen im Büro korrekt anzumelden. Als da dann alles erledigt war, erwähnen wir bei einem kurzen Schwatz, dass wir nun zum Schiffszubehörladen gehen. Da einem Australier ein Spaziergang von 4 Km unglaublich lange erscheint, schauen sich Sarah und ihr Chef kurz an und bieten an uns hin und uns wieder zurück in die Marina zu fahren. Gerne nehmen wir das Angebot für die Hinfahrt an, aber da ein Besuch in einer Chandlery bekanntlich immer etwas länger dauert, muss sie nicht auf uns warten und lädt uns dort einfach ab. Was für ein Service! Unser neues AIS liegt wie telefonisch vereinbart an der Kasse. Nebst ein paar wenigen Kleingkeiten kauft sich Sandra noch eine neue Regenjacke, denn die alten Sachen haben in den letzten Jahren sehr unter den tropischen Klimaverhältnissen gelitten. Kaum zurück in der Marina baue ich das AIS ein und teste die Funktionalität. Alles hat geklappt und das System läuft wieder reibungslos.
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Schwimmende Restaurants an unserem Steg
Zurück am Steg machen wir uns auf das Schiff abzuspritzen und so von den Salzkrusten zu befreien. Auch spulen wir wieder unser Standardprogramm ab: Einkaufen, Wäsche waschen und Diesel ganz auffüllen. Nach Cairns gibt es nur noch wenig Zivilisation, die wir teilweise gar nicht anlaufen werden, also nutzen wir die Tage. Supermärkte sind zwar in Gehdistanz erreichbar, aber da wir für mehrere Wochen einkaufen müssen, nehmen wir für den grossen Einkauf ein Taxi zurück in die Marina. Nachdem am Samstagnachmittag das meiste erledigt ist, gönnen wir uns zusammen mit Heidi und Wolfgang einen Pizzaabend im Salt-House, das Restauran direkt beim Yachtclub. Am Montagmorgen wollen wir weiter zu den Low Islets. Auch die weiteren paar Tagesetappen wollen wir zügig in Angriff nehmen um endlich in den vom Riff geschützten Bereich zu gelangen. Denn erst ab den Flinders Islands halten die Korallenriffe den grossen Schwell ab - wir werden sehen...


Info:
Von anderen Seglern haben wir gehört, dass die Urbevölkerung früher das Recht hatte Lebensmittel von den Yachten zu konfiszieren. Schützen konnte man sich früher nur indem man ein kostenloses, offizielles Bewilligung-Schreiben vom Zoll mit sich führte. Nun haben wir beim Zoll angefragt ob dieses spezielle Permit noch immer notwendig sei um die Gewässer der Urbevölkerung zu durchfahren. Es wurde uns mehrfach bestätigt, dass das normale Cruising-Permit absolut ausreichend sei um bis Thursday Island, resp. Horn Island zu segeln.


Koordinaten der erwähnten Ankerplätze:
Cairns Marina: 16°55.139'S, 146°46.922'E      Telstra: 4G - sehr gut

Angaben im Internet:
https://www.whitworths.com.au   (Discount Marine Supplies)
https://www.portsnorth.com.au/cairns-marlin-marina   (Cairns Marlin Marina)


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Australien 01.05.2019   Dunk Island für eine Nacht
17°55,914'S, 146°08,273'E       Reise 2019
Nach fünf Tagen warten auf weniger Wellen haben wir genug und beschliessen nun definitiv weiter zu fahren. Kaum die Insel umrundet stellen wir fest, den richtigen Tag gewählt zu haben. Das Meer hat sich tatsächlich beruhigt. Die Wogen haben sich sogar so geglättet, dass KANALOA spontan entscheidet gleich bis kurz vor Cairns durch zu fahren. So wollen sie also gleich zwei lange Tagesetappen aneinanderhängen und kommen dann kurz vor Mitternacht am Ankerplatz an. Auf der ULANI wird hin und her überlegt, ob wir uns ihnen anschliessen wollen oder das ursprüngliche Tagesziel verfolgen sollen. Wir beschliessen Dunk Island anzulaufen und die Distanz, wie geplant, auf zwei Tage aufzuteilen. Dunk Island liegt recht nahe an der Festlandküste und ist ein einfacher Ankerplatz. Sehr gut geschützt gegen den vorherrschenden Wind aus Südosten, jedoch drückt der Nordost-Schwell leicht um die Insel und so schaukeln wir ein bisschen. Es ist aber gut auszuhalten und wir haben eine erholsame Nacht.

Für den nächsten Morgen stellen wir den Wecker auf 05:30 Uhr, sind aber bereits schon um 05:15 Uhr wach und machen uns bereit. Mit dem ersten Lichtschimmer um 06:00 Uhr, das ist noch vor dem Sonnenaufgang, lichten wir den Anker und machen uns auf. Wir planen eine gut 70 Seemeilen-Etappe zu einem Ankerplatz kurz vor Cairns. Dieser hat leider aber meist sehr viel Schwell, aber es gibt keine Alternative vor Cairns.
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Angekommen in Cairns - erholsam schlafen!
Unterwegs rufen wir Heidi und Wolfgang von der KANALOA und erfahren, dass sie eine extrem unangenehme Nacht am Ankerplatz Cape Grafton hatten. Der Schwell war ausserordentlich stark und liess das Schiff tanzen. Am Morgen wechselten sie wie geplant nach Cairns. Da sie mittlerweile schon in der Marina Cairns festgemacht und im Marinabüro waren, haben sie weitere schlechte News für uns: Alle Plätze der Piles (zwischen den Pfosten) sind seit Wochen besetzt und es wird kaum etwas frei werden. Dank unserem frühen Losfahren und etwas Mitstrom, kamen wir gut voran und näherten uns unserem Ziel sogar eher als geplant. Nun konnten wir sogar noch die 10 Seemeilen bis nach Cairns anhängen und so umrundeten wir das Cape Grafton und zielten direkt auf Cairns. Nach einer Fahrt von 80 Seemeilen, erreichten wir Cairns um 16:30 Uhr.

In der Hoffnung da einen Platz im Ankerfeld zu finden, zogen wir unsere Runden vor der Marina. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob man noch zwischen den vielen Ankerliegern einen Platz finden könnte, aber in diesem Gezeitengewässer ist es sehr schwierig abzuschätzen wie sich die Schiffe an der Ankerkette bewegen wenn der Strom kentert. Bei einlaufendem Wasser dreht es die Schiffe und schwemmt sie den Fluss auch leicht hoch. Dazu kommt, dass die Dauer-Ankerlieger für ihre Schiffe (zum Teil sind es knapp schwimmende Wracks) Bojen eingerichtet haben.

Müde vom langen Tag haben wir keinen Nerv hier zu ankern und rufen die Marina an. Lieber ein paar Tage einen teuren Marinaplatz bezahlen, als einen noch viel teureren Schaden bei einer nächtlichen Bootsberührung zu riskieren. Denn in Australien ist eine Haftpflichtversicherung nicht vorgeschrieben und wir sind uns sicher, dass all diese Bootseigner einen Schaden nicht bezahlen könnten - diesem Ärger gehen wir lieber aus dem Weg!


Tipp:
Wer wie wir mit dem Bug voraus anlegt, sollte versuchen einen Marinaplatz zu bekommen bei dem der Bug nach Süden zeigt. Wir liegen an Platz E9. So regnet es uns nicht in den Niedergang und auch das Ablegen soll einfacher sein. Kürzere Yachten werden auch gerne an den F Steg gelegt. Auch da sind die Plätze auf der Nordseite zu bevorzugen - aber die anderen gehen auch.


Koordinaten der erwähnten Ankerplätze:
Dunk Island: 17°55,914'S, 146°08,273'E      Telstra: 4G - gut


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Australien 20.-27.04.2019   Airlie Beach bis Orpheus Island
18°35,775'S, 146°29,236'E       Reise 2019
Zusammen mit der Hochsee-Motoryacht KANALOA gönnen wir uns einen zusätzlichen Ankertag in Cid Harbour. Einfach mal nicht früh morgens den Anker lichten und fast den ganzen Tag durchgeschaukelt zu werden - endlich wieder einmal ein Ruhetag. Wolfgang lässt sein kleines Segelboot vom Dach herunter und installiert Schwert-Kiel, Mast und Segel. Nachdem er ein paar Runden gedreht hat, lässt er auch mich mal probieren - ein Heidenspass! Jetzt sind wir schon eine ganze Weile unterwegs und waren seit dem Start nicht mehr in der Zivilisation gewesen. Die Frischwaren sind schon lange aus und auch Wäsche waschen und Diesel tanken ist auch mal wieder nötig. Heidi und Wolgang gefällt es in Cid Harbour und verbringen hier einen weiteren Tag und wir treffen sie am nächsten Ankerplatz bei Gloucester Island wieder.
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Plauschsegeln am Ankerplatz
Aber wir wechseln nach Airlie Beach rüber, denn da gibt es alles was wir benötigen. Zuerst ankern wir temporär vor der Einfahrt zur Abel Marina und lassen unser Beiboot zu Wasser. Da wir den Diesel sowieso in Kanister tanken wollen, fahren wir mit dem Beiboot zur Tankstelle. Nach dem Tanken verlegen wir die ULANI vor den Segelclub, denn von da aus können wir näher am Zentrum anlanden. Nachdem wir vollbepackt vom Einkauf zurück am Ankerplatz sind, steigen wir gleich nochmals ins Beiboot und haben diesmal die Wäschsäcke mit dabei. Alles klappt bestens und wir gelangen mit dem letzten Licht wieder an Bord. Auch dieser Ankerplatz ist frei von Schwell, der Wind schläft abends ein und wir haben eine ruhige erholsame Nacht. Da wir eher etwas früh hier die Küste hochsegeln, haben wir noch nicht den stetigen, vollinstallierten Passatwind. Die Windrichtung ist zwar die gleiche, aber statt 25-30 Knoten haben wir oft Tage mit 15 Knoten, machnmal sogar weniger. Dies ermöglicht uns zwar eine bequemere Fahrt, aber da die Tagesetappen oft zwischen 40 und 50 Seemeilen liegen, lassen wir öfters mal den Motor mitlaufen. Geschwindigkeit bringt auch Stabilität ins Boot, nebenbei dauert dann die tägliche Seereise nur noch sechs anstelle von neun Stunden.

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Von den ganz grossen Gezeitenunterschieden rund um Mackay ist hier oben nichts mehr zu spüren. Noch immer gibt es 1 - 2 Meter zwischen Ebbe und Flut, aber dies produziert keine markanten Strömungen mehr. Beim Ankern rechnen wir immer schnell nach ob wir auch bei Niedrigwasser genügend Abstand unter dem Kiel haben. Auch als wir durch die Gloucester-Passage fahren beachten wir die Tide. Da dies von Airlie Beach aus eine kurze Tagesetappe ist, können wir es so zeitlich abstimmen, dass wir um Hochwasser durch diese Meerenge fahren. Die Betonnung entspricht den Navionics-Seekarten und wir hatten meistens 6 m, jedoch nie weniger als 4.50 m Wassertiefe. KANALOA fuhr aussen um die Insel herum denn sie hatten die Angelleinen ausgelegt. So fuhren sie ein paar Seemeilen weiter und da wir später von Airlie Beach starteten, kamen wir gleichzeitig am Ankerplatz an.

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Der Ankerplatz hinter Cape Upstart hat uns sehr gefallen und wir fühlten uns auch hinter den hohen, begrünten Abhängen gut geschützt. Jedoch der nächste Stopp in Cape Bowling Green war ganz anders. Das sandige, flache Kap bietet zwar Schutz vor dem Meer, aber das trübe Wasser lässt keine Aufschlüsse über die Wassertiefe zu. Die Seekarten stimmen nicht, selbst das Satellitenbild ist nicht ganz akurat. Das Kap verändert sich zu oft und war wesentlich länger als in den Seekarten. Wir fuhren deshalb einen weiten Bogen um das herausragende Ende. Eine nicht kartographierte, gelbe Boje wurde installiert um auf die neue Situation hinzuweisen. Da wir hier mit gemässigten Winden für die Nacht rechnen durften, mussten wir uns nicht weiter in die Bucht vortasten, sondern ankerten gleich an der erstbesten Stelle im Norden des Kaps. Die folgenden zwei hübschen Ankerplätze auf Magnetic Island und Orpheus Island (Boje) liessen uns das Kap Bowling Green schnell vergessen.


Koordinaten der erwähnten Ankerplätze:
Airlie Beach (temporär zum Tanken): 20°15.452'S, 148°42.505'E      Telstra: 4G - sehr gut
Airlie Beach (Nacht-Ankerplatz): 20°15.627'S, 148°43.381'E     Telstra: 4G - sehr gut
Gloucester Island: 20°02.402'S, 148°26.617'E     Telstra: 3G - ok
Cape Upstart: 19°43.464'S, 147°45.312'E     Telstra: 3G - ok
Cape Bowling Green: 19°18.295'S, 147°22.813'E     Telstra: 3G - ok
Magnetic Island: 19°06.859'S, 146°51.584'E     Telstra: 4G - sehr gut
Orpheus Island (Boje): 18°35.775'S, 146°29.236'E     Telstra: 4G - ok


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Australien 16.-20.04.2019   In vier Tagesetappen nach Whitsunday Island
20°15,783'S, 148°56,473'E       Reise 2019
Nun befahren wir ein Gebiet mit sehr viel Gezeitenunterschied. Bis zu 6.50 Meter kann die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser betragen. Da die grosse Wassermasse alle sechs Stunden rein respektive wieder raus fliessen muss, entstehen viele Strömungen. Nicht alle kann man voraus berechnen, aber mit Hilfe unseren aktuellen Tidentabellen wissen wir wann wo Ebbe oder Flut herrscht. Kurz vor Hochwasser lichten wir im Island Head Creek den Anker und fahren mit passablem Seegang aus der Meerenge. Nur 29 Seemeilen weiter lassen wir das Grundeisen in der Nordbucht von Hexham Island in den Sand fallen. In der Nacht schaukelt uns zwar leicht der typische Nordost-Schwell, aber wir liegen sicher und wollen sowieso nur eine Nacht bleiben. Beim ersten Tageslicht machen wir uns auf um nach Curlew Island zu segeln. Der Wind aus Südost bläst mit 15 bis 20 Knoten und die Windwellen kommen ebenfalls von hinten. Wir setzen nur die Genua, die sogar ohne Ausbaumen steht und uns etwas das Rollen abfedert.
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An der Nordküste von Curlew Island
Unterwegs stelle ich fest, dass unser AIS seinen Dienst verweigert. Später, nach einigen Tests am Ankerplatz, stellt sich heraus, dass das Gerät wirklich dahin ist. Nach nur vier Jahren in Gebrauch, ist dies wirklich enttäuschend - immerhin kostet dieses Raymarine Teil ca. 900 CHF! Wir werden in Cairns für einen Ersatz sorgen müssen, denn in Indonesien und Singapur ist ein Senden des eigenen AIS-Signals (AIS = Automatische Identifikation System) vorgeschrieben. Angekommen in Curlew Island wählen wir die Nord-West-Ecke des Nordankerplatzes. Hier soll der Schwell nicht stark schaukeln. Ganz ruhige Ankerplätze gibt es in diesem Stromgebiet nicht. Bei Niedrigwasser sieht alles immer sehr gut aus, aber wenn wir nachts im Bett liegen und das Wasser steigt, beginnt das hin und her rollen. Jedoch war der Ankerplatz sehr sicher und wesentlich tiefer als in der Seekarte verzeichnet. Der Telefonempfang war wie auch in Hexham nur ein sehr schwaches 3G Signal, reichte aber ganz knapp um mit viel Geduld ein paar E-Mails und um das Wetter von Windy.com herunter zu laden.

Unsere ursprüngliche Planung sah einen Stopp in der Mackay Marina vor. Einkaufen und tanken müssen wir noch nicht und in ein paar Tagen soll es 25 bis 30 Knoten Wind geben. Das ergibt dann wieder hohe Wellen, die wir lieber an einem guten Ankerplatz als in einer teuren Marina aussitzen. So entschliessen wir uns für eine lange Tagesetappe von 60 Seemeilen bis nach Brampton Island. Da stoppen wir abermals nur für eine Nacht und fahren danach gleich hoch bis nach Cid Harbour. Cid Harbour ist der bekannteste Ankerplatz auf Whitsunday Island und einer der wenigen Naturhäfen der so gut geschützt ist, dass ein ruhiges Ankerliegen ermöglicht wird.
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Cid Harbour - ruhiger Naturhafen
Durch die Enge des Kanals zwischen Airlie Beach und Whitsunday Island wird der Gezeitenstrom verstärkt. Wenn hier die Strömung gegen den Wind steht, kann sich eine hohe steile See aufbauen und die Durchfahrt wird gefährlich. Nun haben wir noch Vollmond und die Strömung ist noch stärker als gewöhnlich. Da wir wissen, dass hier bei sinkendem Wasser der Strom nach Norden, also mit uns läuft, starten wir im Brampton Island zwei Stunden vor Hochwasser um kurz nach Hochwasser an der kritischen Stelle zu sein. Falls es nicht klappt, würden wir kurz vor dem grossen Kanal rechts abbiegen und auf die Dent-Passage ausweichen. Dieser schmale Kanal ist windgeschützter und soll bei Gegenstrom weniger Seegang produzieren. Aber unsere Berechnung klappte super! Der Mitstrom glättete sogar noch die Windwellen und wir rasten mit 10 Knoten und kleinen Wellen unter Segel durch die Whitsunday Passage (an der Westküste von Dent-Island). Dieser Weg ist direkter und einfacher, wenn es mit dem Strom stimmt. Kurz vor Cid Island geht es dann rechts rein und mit leichtem Gegenstrom motoren wir auf den ruhigen sicheren Ankerplatz.


Koordinaten der erwähnten Ankerplätze:
Hexham Island: 22°00.730'S, 150°21.801'E     Telstra: 3G - schwach
Curlew Island: 21°35.811'S, 149°47.396'E     Telstra: 3G - schwach
Brampton Island: 20°47.854'S, 149°15.891'E     Telstra: 3G - schwach
Cid Harbour, Whitsunday Island: 20°15.783'S, 148°56.473'E     Telstra: 3G - schwach


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Australien 10.-15.04.2019   Verstecken im Island Head Creek
22°21,891'S, 150°38,775'E       Reise 2019
Am ersten Morgen in Keppel fragen wir per SMS unsere deutschen Freunde Heidi und Wolfgang von der KANALOA an, wo sich sich im Moment befinden. Wir glauben, dass sie ganz in der Nähe sein müssten. Sie sind zwar schon 10 Tage vor uns losgefahren, haben aber den Umweg hinter Fraser Island eingeschlagen und noch zwei kurze Handwerker-Stopps in zwei Marinas (Bundaberg und Rosslyn Bay) gemacht. Umgehend erhalten wir eine Textnachricht zurück; sie liegen im «Island Head Creek», das ist nur gut 50 Seemeilen nördlich von uns. Nach der Schaukelei der letzten Nacht und weiteren Warnungen von Heidi, verwerfen wir die Idee schnell wieder hier in Keppel den kommenden Starkwind auszusitzen. Lieber nutzen wir den letzten ruhigen Tag um die 56 Seemeilen zügig nach Norden zu motoren um dann in einem sicheren Naturhafen zu liegen.
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Am Ankerplatz als es noch ruhig ist...
Wieder werden wir leicht vom Strom gestossen und können schon nach sieben Stunden in den Creek einlaufen. Die Einfahrt hat keine Barre und kann sogar bei Niedrigwasser passiert werden. Man muss nur wissen wie man den Slalom durch die flachen Sandstellen fährt, dann ist es kinderleicht. Natürlich waren wir etwas nervös, denn noch immer hatten wir uns nicht restlos von den Strapazen der ersten Fahrt erholt. Zum Glück kennt sich Heidi sehr gut aus und lotste uns per Funk herein. Wir kamen ungefähr bei mittlerem Hochwasser an und hatten immer mehr als 5.00 m Wassertiefe. Innen drin ist es wie ein grosser See. Das rauhe Meer kommt nicht rein und wir liegen in einem grossen Becken, das mehrere Hundert Meter breit, lange wie ein Fluss und in der Mitte so um die 20m tief ist. Geankert haben wir auf 12m im lehmigen Schlamm und Sand und mit 55 Meter ausgelegter Kette überstanden wir den Starkwind problemlos. Mit 25 bis 30 Knoten Wind und einem sehr trüben und regnerischen Tag schien zwar die Welt unter zu gehen, aber nun lacht die Sonne wieder. Zwar kachelt es auch noch am folgenden Tag mit 20-25 Knoten, aber bei Sonnenschein scheint alles viel weniger bedrohlich.

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Auch wenn der Wind am dritten Tag bereits wieder etwas mehr zurück ging, warteten wir noch ein paar Tage länger, damit sich die Wogen draussen etwas glätten können. Telefonabdeckung oder gar Internet haben wir hier nicht und so schreibe ich diesen Homepage-Beitrag offline und bereite alles vor damit ich bei nächster Gelegenheit alles publizieren kann.
Australien 07. - 10.04.2019   Leinen los und gleich 350 Seemeilen nach Norden
23°09,769'S, 150°57,193'E       Reise 2019
Schon vor ein paar Tagen zeichnete sich ein etwas ruhigeres Wetterfenster ab. Da wir seit 18 Monaten (!) nicht mehr gesegelt sind, wollen wir uns nicht gleich hohe Wellen antun. Zudem kommt noch dazu, dass wir gleich eine grosse Teilstrecke absolvieren wollen, anstatt mit vielen Tageshüpfern hinter Fraser Island durch zu fahren. Wir entscheiden uns für die Umfahrung dieser grössten Sandinsel der Welt. Ursprünglich planten wir nur 240 Seemeilen bis zur Insel Lady Musgrave um dort zu ankern. Dieses Atoll liegt zwar unmittelbar nördlich von Fraser Island, aber wir wären da mitten in der Nacht angekommen, weshalb wir es dann doch ausgelassen haben. Der massive Gegenstrom ausserhalb der nördlichen Küste von Fraser Island bremste uns, dass wir das Atoll nicht mehr bei Tageslicht erreichten. Nach der Schaukelei im Gegenstrom und den zwei Nachtfahrten wollten wir einen guten und einfachen Ankerplatz zum Ausruhen anlaufen.
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Ankuft bei ruhigem Wetter
Die Insel Great Keppel konnten wir noch am dritten Tag erreichen, da uns nach Lady Musgrave ein Mitstrom von über einem Knoten unterstützte. Im Wissen, dass der nördliche Ankerplatz vom Nord-Ost-Schwell nicht gut genug geschützt ist, versuchten wir unser Glück dennoch dort. Immerhin verspricht die Wettervorhersage für die kommenden 24 Stunden fast kein Wind. Danach aber solle es für einige Tage gehörig blasen. Den Ankerplatz erreichten wir noch vor dem Mittag und so konnten wir bei besten Bedingungen die Position für die Nacht aussuchen. Beachten muss man lediglich, dass in der flachen Bucht die Wassertiefe bei Ebbe nochmals reduziert wird, denn der Gezeiten-Unterschied kann bis zu ca. 3.00 m ausmachen. Anfänglich schön ruhig, begann es leider bereits am Abend seitlich zu schaukeln. Auch wenn es nur kleine Wellen sind, die der Schwell und die Strömung um die Nordost-Ecke drückt, ist es genug um eine Einrumpfyacht aufzuschaukeln bis es richtig ungemütlich wird.
Schiffsvorbereitung in Australien
Australien 20.03.2019   Immer wieder was Neues...
27°11,650'S, 153°06,366'E       Reise 2019
Als wir letzten Freitag vom Trockendock zurück kamen, haben wir vorwärts angelegt. Dies ist zwar nicht mehr ganz so bequem um ein- und auszusteigen, bietet aber andere Vorteile. So können wir unser Beiboot von Deck nehmen und an die Davits (Kranbügel am Heck) hängen. Dies wiederum ermöglicht uns dann das Vordeck mal richtig zu schrubben und wir haben später auch mehr Arbeitsfläche um die Vorsegel zu hiessen. Mittlerweile sind wir nicht mehr so überrascht, wenn sich während der laufenden Unterhaltsarbeiten plötzlich wieder neue Projekte ergeben.
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Beiboot am Heck hochgezogen
Als ich den Wind-Generator (Marke Silentwind) aus seiner misslichen Lage befreite, auspackte und das Klebeband ablösen wollte, kam die Farbe auch gleich weg. Das Gehäuse ist aus Aluminium und muss vor Korrosion geschützt sein. Das bedeutet, dass ich zumindest die blanken Stellen wieder streichen muss. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass die Farbe an den Rändern überall etwas abblättert. Es muss eine dauerhaftere Lösung her - also ein neues Projekt das da heisst: Farbe mit Lauge entfernen, grundieren, zwischenschleifen und neu mit einem Decklack versehen. Am Freitag, beim Übersetzen vom Kran zum Hafenplatz, fällt mir auf, dass die Ruderlagegeber-Anzeige irrwitzig ausschlägt. Dieser Geber ist ein Sensor (im Prinzip nur ein Drehwiderstand), der die aktuelle Lage des Ruderblattes an den Kurscomputer des Autopiloten meldet. Dieser rechnet dann vorausschauend aus, wann das Ruder wieder zurückgedreht werden kann um den richtigen Kurs zu halten. Nach den seltsamen Effekten habe ich das Teil mit einem Multimeter durchgemessen und konnte den Fehler nachvollziehen. Schwierig ist diese Kontrolle wirklich nicht, ein gutes Multimeter haben wir an Bord und die erforderlichen Kontrollwerte fanden wir online, inkl. der Hinweise wie man vorgehen muss. Das kleine Gerät ist in Australien verfügbar und wir haben ein neues bestellt. Den Austausch kann ich selber vornehmen. Also wieder mal etwas Neues auf der To-Do-Liste.
Australien 16.03.2019   Montag bis Freitag auf dem Trockendock
27°11,650'S, 153°06,366'E       Reise 2019
Schon vor Wochen haben wir unseren Aufenthalt auf dem Trockendock vereinbart. Die Farbe für das Antifouling hatten wir auch schon bestellt und erhalten. Das Wetter spielte während der ganzen Woche, trotz etwas ungünstiger Vorhersage, ganz gut mit. So konnte das Unterwasserschiff abgeschliffen und die verschiedenen Farbschichten aufgesprayt werden. Bis anhin wurden auf der Ulani die Schichten immer aufgerollt, aber hier ist man für das Spritzen eingerichtet. Dies gehe etwas schneller und man kann die Farbe dicker auftragen - sagte man uns. Uns eigentlich auch recht, im Vordergrund steht das fachmännische Auftragen des Haftgrundes und der drei Antifouling-Schichten. Aber nun mal ganz der Reihe nach. Am Montag werden wir kurz vor Hochwasser vom Steg abgeholt. Grössere Schiffe müssen rückwärts in die Kranbucht geschoben werden und da man Angst vor Schäden an den Kran-Schlingen (drehende Schiffsschraube) hat, ist es verboten selber einzuparken.
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Nach dem Hochdruckreinigen
Anfänglich war ich etwas skeptisch, aber die Kerle haben das wirklich im Griff. Und da sie unser Schiff sowieso abschleppen müssen, machen sie das auf Wunsch auch gleich vom Hafenplatz aus.

Ein willkommener Service, denn wir sind uns nicht ganz sicher wie gut die Schraube mit dem Bewuchs noch dreht und ob sich die Flügelblätter unseres Faltpropellers überhaupt noch öffnen. Die Masse des Krangestelles hatte ich vorher abgeklärt und mit unseren Bootsmassen verglichen. Breite, Schlingenabstand und auch das Gewicht sollte bei diesem 35 Tonnenkran problemlos sein. Aber als wir dann so beim Hochdruckreinigen das Schiff im Kran betrachten, stellt der Kranführer fest, dass der Windgenerator abmontiert werden muss. Das musste ich bei den letzen 10 Auskranungen noch nie, aber es war offensichtlich: hier geht es nicht anders. Nun darf ich aber nicht mehr an Bord und auf unser Heck-Gestänge klettern - alles viel zu gefährlich, versicherte man mir. Sie haben eine andere Lösung. Mit einem Personenkäfig hebt mich der Gabelstappler hoch und ich muss da oben ruckzuck den Windgenerator abschrauben. Leider bleibt kaum Zeit um die kurzen Anschlusskabel richtig auszufädeln. Also nehme ich die blauen Flügel ab und lasse den ganzen Generator an den Anschlusskabeln, etwas Klebeband und einer Schnur kopfüber am Gestänge hängen. Wohl ist mir bei der Sache nicht, aber die Zeit drängt, man muss ja weitermachen.

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Mit einem orangen Plastiksack wird er gegen Regen geschützt und bleibt so bis wir wieder im Wasser sind. Hätten wir das vorher realisiert, wäre nicht so eine Hektik aufgekommen. Zumindest wissen wir jetzt, dass die Höhe des Querbalkens mindestens 6m (oder 20ft) sein muss. Hier waren es nur 5.47m (18ft) und somit etwa 30cm zu wenig. Im Zweifelsfall werde ich nächstes Mal vorher den Kran ausmessen!

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Die Tage Dienstag bis Donnerstag verbrachten wir mit den üblichen Unterhalts-Arbeiten im Unterwasserbereich (Anoden etc.). Ebenfalls nutzen wir die Tage um alle Abwasserschläuche, zwei Ventile und die Toilettenpumpe zu ersetzen. Hohe Luftfeuchtigkeit und eine Hitzewelle liessen uns zusätzlich schwitzen und nachts kaum schlafen. Hitzegewitter am Abend, Wetterleuchten von nahen Gewittern und Regengüsse machten es am Schluss noch etwas spannend. Am Freitag durften wir mit starken Windböen einwassern, zu unserem Glück kamen sie dann aber direkt auf die Nase, also von vorne und waren somit gut zu meistern. Das Anlegen in unserem Hafenplatz machte uns dann etwas mehr Schwierigkeiten, aber auch dies klappte schlussendlich ohne Schaden, dafür mit etwas Adrenalin;-)

Nun sind wir sicher noch zwei oder drei Wochen hier und erledigen weitere Vorbereitungen.
Australien 01. - 22.02.2019   Viele kleine Dinge und ein grosses Projekt erledigt
27°11,650'S, 153°06,366'E       Reise 2019
Als uns Sandro in der Marina Scarborough besucht, nutzen wir die Unterbrechung der Arbeiten und machen gemeinsam einen Tagesausflug nach Bribie Island. Diese Insel liegt eine Autostunde nördlich von uns und ist mit einer Brücke zum Festland verbunden. Nur durch einen flussähnlichen Meeresarm abgetrennt, entspricht Bribie Island mehr einer Halbinsel. Der Wind bläst von Ost-Nordost bei Sonnenschein und heissfeuchten Temperaturen. Es wird vor Quallen gewarnt, was die Australier aber nicht vom Baden abhalten kann. Wir schlendern barfuss knöcheltief im Wasser auf feinem weissen Sand. Immer schön den Blue Bottles (Quallenart) ausweichend. Für Sandro geht die viermonatige Australienreise bald zu Ende. Als er uns verlässt, nehmen wir endlich unser Batterie-Projekt in Angriff. Die neuen Batterien haben wir schon vor 10 Tagen auf unser Boot geschleppt, den Einbau aber immer wieder etwas hinausgeschoben. Denn für einen Tag müssen wir unser Schiff stromlos machen und es kam immer etwas dazwischen.
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Ein weiterer Besuch kündigt sich an
Aber am Dienstag 19.02.2019 ging es dann endlich los. Alle Verbraucher vom Strom trennen, Solaranlage und Windgenerator abhängen und die Batterien in der richtigen Reihenfolge trennen (übrigens immer die Masse zuerst abklemmen!). Dann die drei alten Batterien abschrauben und die 3 x 40 Kg Boxen aus dem Boot hieven. Die neuen haben die gleichen Masse, sind aber neu 6 Batterien. Also mussten wir den Batteriekasten erweitern. Dazu haben wir schon vor Tagen eine Holztrennwand im Doppelboden herausgeschnitten. Auch mussten wir die massive Aluminium-Unterkonstruktion um das Doppelte verlängern, damit die Batterien Nummer 4 bis 6 ebenfalls einen festen Basisrahmen erhielten. Auch dies hatten wir schon vorbereitet. Für die Zuleitungen und Kabelverbindungen zwischen den Batterien hatten wir schon vorab eingekauft. Da wir die gleichen Kabelquerschnitte (95mm2 !) beibehalten wollten, mussten wir das Material extra bestellen. Für das Aufpressen der Kabelendstücke fanden wir einen

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Unternehmer, der uns dies unkompliziert machen wollte. Wir konnten einfach spontan bei Batterie World in Rothwell in die Werkstatt gehen - sehr guter Service.

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Die Schwierigkeit dieses Austausches lag darin, dass wir die Zuleitungen erst ausmessen konnten als die alten Batterien demontiert waren. Dann allerdings sollte es zügig weitergehen, da sonst der Kühlschrank ohne Strom schnell zu warm werden würde. Auch war bis zu diesem Zeitpunkt nicht klar, wie wir die Anschlusskabel nach dem Platzieren noch anschrauben könnten. Die Negativen Anschlüsse der Batterien 3 bis 6 sind komplett unter dem Boden (siehe Bild). Schlussendlich haben wir immer eine weitere Batterie angeschlossen, dann alle zusammen eine Position weiter unter den Boden geschoben, bis alle sechs am richtigen Platz waren. Die letzen zwei Tage verbrachten wir mit dem Austüfteln und Bauen einer soliden Verschraubung. Wir wissen wie stark sich ein Segelschiff auf hoher See hin und her bewegt. Da dürfen sich die 240 Kg keinen Millimeter bewegen! Übrigens liegen die Batterien ziemlich genau im Zentrum des Schiffes und knapp unter der Wasserlinie. So ergibt das zusätzliche Gewicht keinen negativen Effekt auf das Verhalten des Schiffes - im Gegenteil!

Ahh, und noch etwas... genau an diesen Tagen entschliesst sich der Wirbelsturm OMA uns ebenfalls noch zu besuchen. Wir waren nicht traurig, als er sich kurz vor der Küste doch noch entschied einen anderen Weg einzuschlagen. Bei uns brachte er nur Starkwind mit sehr starken Böen - aber wir waren hier in der Marina alle gut vorbereitet!
Australien 01. - 25.01.2019   Reisevorbereitungen in Scarborough
27°11,650'S, 153°06,366'E       Reise 2019
Unsere ULANI hat die Wartezeit in Scarborough gut überstanden. Nach so langer Zeit war es kein Wunder, dass die Oberflächen auf Deck alle leicht verdreckt waren. Aber nach dem Abspritzen, Einwachsen und Polieren der Gelcoatflächen strahlt unsere Yacht wie neu. Stegnachbarn halten beim Vorbeigehen spontan inne und gratulieren uns zum schönen Schiff - das geht mir natürlich wie Honig runter! Nun beginnen wir die lange Liste abzuarbeiten. Die vielen Punkte haben wir in kleine Pakete und Kategorien eingeteilt. Da geht es von «Nice-to-have» bis «Wichtig» und sogar «Wichtig-und-Dringend». Wie es so ist, die kleinen Dinge die schnell erledigt sind, liegen fast alle in der Kategorie «Nice-to-have». Unser Ziel: jeden Tag an einem Arbeitspaket
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Da liegen 190 kg auf dem Steg
dran bleiben. Einige Dinge hören sich einfach an, aber viele Ersatzteile müssen zuerst in Läden oder Online gesucht und bestellt werden. Meist erst bei der Installation stellt sich dann heraus ob das Teil auch passt. Neben der Arbeiten am Schiff planen wir auch die Weiterreise. So müssen allfällige Einreisevisa geklärt, die Seekarten überprüft und die Etappen mit den Ankerplätzen geplant werden. Wo soll die Route durchgehen? Zusätzlich treffen wir Freunde die diese Fahrt schon viele Male gemacht haben und erhalten viele Tipps - auch die müssen wir zuerst mal noch verarbeiten. Dieses Jahr wollen wir noch fast 8'000 km segeln. Davon sind die ersten 2'500 km noch innerhalb Australien. Von unserem Hafen in Scarborough (nördlich von Brisbane) bis ganz oben an der Ostküste ist ein unglaublich langes Stück! Zufällig hören wir von Schweizer Seglerfreunden, dass sie nun doch länger in Australien bleiben und auch eine grössere Landreise unternehmen wollen. Anfänglich wollten sie dafür ein Auto mieten, fanden aber schnell heraus, dass dies für eine längere Periode viel zu teuer wird. Unser Bus sagt ihnen zu und wir werden uns schnell handelseinig. Da sie den Bus erst ab Juli brauchen, können wir ihn bis dahin sporadisch benutzen. Für beide Parteien eine ideale Lösung. Wir lassen das Auto in der Garage durchchecken und weil wir mittlerweile genau wissen wie das Prozedere ist, helfen wir auch gleich beim Umschreiben.

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Benu von der QUO VADIS hilft uns freundlicherweise mit dem Austauschen der Mastbeleuchtung. So muss Sandra mich nicht hochkurbeln, stattdessen ziehe ich Benu hoch. Am liebsten hätte ich es selber gemacht, da aber Benu vom Fach ist vertraue ich seinem Wissen und der schweizerischen Gewissenhaftigkeit.

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Glück im Unglück hatten wir, als ein Karabiner-Riemen von Benus zusätzlichem Bergsteigergurt riss und die ganze Werkzeugtasche (samt Hammer, Zangen etc.) runter fiel. Unser Sonnendach wirkte wie ein Sprungtuch und fing die Tasche auf. Nichts plumpste ins Wasser oder donnerte auf's Deck - reines Glück!
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